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Gedanken im Februar – Private Hochschulen

Ich habe nachgedacht. Viel nachgedacht. Und letztendlich habe ich eine Entscheidung getroffen. Es ging damals um meine Zukunft. Was wollte ich studieren? Wo wollte ich studieren? Wollte ich studieren? Seit ich sieben Jahre alt war, ist mein Traumjob Journalistin. Ich wollte meine Leidenschaft für Worte, ja für Formulierungen und Ausdrücke zum Beruf machen.

Meine Wahl fiel auf eine private Hochschule und seither habe ich das Gefühl, dass Menschen mich mit anderen Augen betrachten sobald sie hören, dass ich an einer Privaten studiere. Ich kann diese Blicke spüren, die aussagen: “Da bezahlst du doch für deine Noten!” oder auch: “Da wird dir doch dein Abschluss hinterher geworfen!” So viel sei gesagt, wir arbeiten mindestens genauso hart wie jeder andere Student.

Aber ich will gar nicht urteilen, ob private Hochschulen oder staatliche besser oder schlechter sind. Jeder Mensch ist anders, jeder ist ein anderer Lerntyp und braucht deshalb anderen Unterricht. Manch einer kommt gut klar mit den Freiheiten die einem auf einer öffentlichen Uni gelassen werden, ein anderer braucht das verschulte einer Hochschule – von Anwesenheitspflicht bis Pflichtpraktika. Der eine findet es toll Dinge in der Theorie zu lernen und das andere braucht den praktischen Bezug zu dem Erlernten.

Ich bin glücklich mit meiner Entscheidung. Ich fühle mich wohl mit meiner Hochschule. Wahrscheinlich würde ich auf einer öffentlichen Uni fünf oder mehr Jahre brauchen bis ich meinen Bachelor schaffen würde, weil ich zu viel Freiheit hätte und mir die auch nehmen würde.

Wenn wir nach Amerika oder England oder 90% der anderen Länder auf der Welt schauen, dann sehen wir fast überall den Bildungssektor mehr oder minder in privater Hand. Eine Universität in Amerika fängt bei ca. 25.000$ für ein Studium an, in England sind schon die staatlichen Schulen im Verruf, geschweige denn die Universitäten. Wir in Deutschland scheinen dagegen wirklich verwöhnt zu sein durch ein gutes und noch dazu günstiges Bildungssystem. Doch vergessen wir dadurch, dass wir selbst das Geld nicht zahlen sondern der Staat es für uns tut was Bildung eigentlich wert ist? 49 800 Euro hat ein Student den Staat am Ende seines Studiums im Durchschnitt gekostet. Das geht aus einem Artikel der Saarbrücker Zeitung hervor der sich auf eine Studie des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden bezieht.
Letztendlich ist es also so, dass private Hochschulen nicht teurer sind als staatliche, sondern nur jemand anderes für die Kosten aufkommt.

Um meinen Gedanken zu Ende zu spinnen: Niemand sollte wegen seiner Studienwahl oder seiner Hochschulwahl in irgendeiner Weise diskriminiert werden oder sich unwohl fühlen. Das Wichtigste ist, dass man sich selbst mit dem identifizieren kann was man tut und dass man mit seiner Wahl zufrieden ist, denn dann kann man das lernen was einen interessiert und im Anschluss hoffentlich mit einem Job glücklich werden der perfekt zu einem passt!



4 responses to “Gedanken im Februar – Private Hochschulen”

  1. Sonja says:

    Ich kann deinen Post nur unterschreiben, ich studiere selbst Journalismus an einer privaten Hochschule. Oft erwähne ich das aber nur wenn jemand genauer nachfragt, ob an der Uni Köln oder wo genau.
    Ich habe oftmals das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen und dass es dann nur Vorbehalte gibt.
    Richtig schlechte Erfahrungen habe ich zwar damit nie gemacht, trotzdem beschleicht mich das Gefühl, dass eben doch dazu viele Vorurteile verbreitet sind.
    Liebe Grüße
    Sonja
    http://www.one-fiftytwo.blogspot.com

  2. Anonymous says:

    Du hast natürlich Recht, dass niemand wegen seiner Wahl benachteiligt werden sollte. Ich würde auch nicht sagen, dass man auf einer privaten Hochschule weniger zu tun hat. Das Problem mit Privaten ist einfach, dass vielen der Zugang verwehrt ist. Bedenkt man mal, dass es vor einigen Jahren, und ich meine in machen Bundesländern heute immer noch normal war(ist), dass Studiengebühren erhoben wurden. Da kamen neben die monatlichen Kosten für eine Wohnung und Essen nochmal 500€ pro Semester hinzu. Hier dann auch nochmal um die 250 für Semesterticket etc. Pro Monat sind das zwar “nur” Kosten von um die 100€, aber das Geld muss ja auch erstmal iwo herkommen. Wenn man viele Seminare besuchen muss, kann das ziemlich eng werden. Besonders falls man, aus welchen Gründen auch immer, kein Bafög erhält. Denn nehmen wir mal an, einer könnte einen Nebenjob a 450 € nachgehen, dann gehen hiervon schonmal 100€ für Semesterbeitrag etc. und 250-300€ für Miete runter. Dann bleiben für Essen und sonstige einkäufe 50-100€ übrig.
    Kriegt man Bafög, sieht es natürlich etwas besser aus.
    Was ich hiermit einfach zeigen wollte ist, dass es lange Zeit eine Hürde für das Studium gab. Viele konnten wegen finanzieller Probleme nicht studieren. Das ist heute zum Glück anders.
    Nun komme ich auf die privaten Hochschulen zu sprechen. Vorteile sind wie du sagst natürlich, dass es eine stärke Pflicht gibt seine Aufgaben zu machen, sodass man wahrscheinlich auch selber zielgerichteter studiert. Ein anderer Vorteil ist die Größe. Höhrsaale mit 350 Leuten, wird es hier nicht geben, sondern oftmals kleine Gruppen, die 20-50 Leute fassen. Eine Betreuung ist somit viel intensiver möglich.
    Hätte jeder Mensch, der studieren möchte nun die Wahl zwischen einer privaten und einer öffentlichen Uni, und deren Abschlüsse würden gleich anerkannt werden, so gäbe es wohl kein Problem. Allerdings sind hier die finanziellen Probleme um einiger größer, als ich sie oben dargestellt habe. Selbst mit einem Nebenjob, kann man die Kosten für eine private Uni und für eine Wohnung wohl nicht aufbringen. Möglichkeit A) die Eltern zahlen es oder strecken es vor B) Man nimmt einen Kredit auf. Vielleicht nur ein Klischee aber ich glaube ein Großteil der privaten Studenten hat das Glück auf A zurückgreifen zu können. B) ist zwar möglich, würde mich persönlich aber viel zu sehr abscrecken. Klar muss man Bafäg auch zur Hälfte zurückzahlen, doch ist dieser Betrag deutlich geringer, als bei einem Kredit für eine private Uni. Möchte man besonders in der derzeitigen Arbeitssituation in Deutschland und Europa riskieren, dass man so verschuldet in das Berufsleben startet? Auch hier stellt sich wieder die Frage ob die Eltern im Notfall aushelfen können.
    Hinzu kommt auch der angesprochene Punkt, dass Absolventen von Privatunis häufig lieber genommen werden als normale Studenten (natürlich gibt es auch hier Ausnahmen)

    Zusammenfassend: Wäre die Wahl zwischen Privat und Öffentlich die, mit welchem Studienmodell man lieber studieren möchte, so gäbe es wohl kaum ein Problem. Meiner Meinung nach spiegelt, die Wahl zwischen Privat und Öffentlich einfach wieder, ob man sich eine qualitativere Bildung/Betreuung leisten kann oder nicht. Kann man sich keine Private Uni leisten und wird trotz gleicher Noten nicht eingestellt, dann finde ich läuft etwas falsch. Denn hier beginnt sich die Gesellschaft in die Klassen aufzuteilen.

    Blöd sollte man einen Student der Privaten Uni natürlich nicht angucken. Er/Sie hat sich das System ja nicht ausgesucht und er/sie versuchen aus der Situation für sich das Beste zu machen.

    Ps: Ich hoffe das geht immer noch in die Richtung deines Artikels, auch wenn manche Punkte ja von dir gar nicht erwähnt wurden 😉

    Ps2: Ich finde es z.B. sehr Schade, dass manche Studiengänge nur an Privaten angeboten werden. Wer das Geld nicht hat, kann seinem Wunschstudium gar nicht nachgehen.

    • Verlottert says:

      Ich bin da total bei dir, allerdings ging es mir jetzt ein bisschen mehr um die Art und Weise wie man als Student von anderen behandelt wird. Ich denke einfach, dass es nicht fair ist andere zu verurteilen wegen der Uni auf die er oder sie geht. 🙂

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